About the bus

1 Wolke 7
2 Erste Schritte
3 Das Erwachen
4 Der Marathon
4.1 Kühlwassersystem
4.2 Kraftstofftank
4.3 Bremsen
4.4 Antriebswellenmanschetten
4.5 Längslenkergummis
4.6 Der Ausbau
4.7 Gepäckträger
4.8 Boardelektrik
4.9 Akkustik
4.10 Die Karosserie
4.11 Unterbodenschutz und Hohlraumversiegelung
4.12 Der Wassertank
4.13 Das Solarpanel
4.14 Die Standheizung
4.15 Winterreifen

Wolke 7

Nachdem wir lange überlegt hatten, welches Fortbewegungsmittel unserer Reise zu Grunde liegen sollte und wir schier endlose Stunden mit Leuten über ihre Erfahrungen sprachen, Online-Portale durchsuchten und unsere Reiseziele vielfach über den Haufen warfen, entschieden wir uns Anfang April 2015 für das langsamste, was wir finden konnten…

Unser Gedankengang war vollkommen logisch. Wir wollten ein Auto, das uns für das nächste Jahr erst einmal wenig kostet und nicht viel Arbeit benötigt. Ein Innenausbau sollte zumindest in Grundzügen vorhanden sein und wir wollten ausreichend Leistung haben, um auch in den Bergen nicht von Radfahrern überholt zu werden. Das Ergebnis war der hier:

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Ein VW T3 „Bulli“, 88er Baujahr, mit Turbodiesel und 70 PS. Kein sichtbarer Rost, selbstgebastelter Innenausbau, intaktes Klappdach, vier Räder. Episch.

Nur ein paar Kleinigkeiten wollten wir noch ändern bevor es losgeht…aber erstmal Urlaub.

Erste Schritte

Wie könnte man einen Campingbus besser testen als zum Campen zu fahren. Der Harz war unser erstes Ziel. Mit Marcel und Michi im Gepäck nutzten wir ein kühles Mai Wochenende, um unsere Hände am rauen Granit einer Maniküre zu unterziehen. Es war ein voller Erfolg, sowohl aus klettertechnischer Sicht, als auch in Bezug auf den Bus. Unser neu eingebauter Küchenblock funktionerte einwandfrei, nur der alte Block, den unser Vorbesitzer eingebaut hatte, war völlig nutzlos. Der muss weg. Ein neuer muss her! Ein viel besserer!

 

Das Erwachen

Die Harzreise hat eines gezeigt. Berge mag der Bus nicht so gern. Das Kühlwasser wurde verdammt heiß. Ein Ölkühler muss her, sonst macht der Motor das nicht mehr lange mit. Dank Johannes haben wir den Kontakt zu Harro herstellen können. Aus diversen Forenbeiträgen haben wir herausgelesen, dass es sich bei ihm um einen allseits bekannten VW Bus Guru handelt. Genau der Mann, den wir brauchen, um den Bus einmal ordentlich durchchecken zu lassen.

Anfang Juli hatten wir einen Termin, um den Ölkühler einzubauen. Ein 19-Reihen Kühler sollte es werden, mit einem Thermostat, der bei 85 °C Öltemperatur, den zusätzlichen Kühlkreislauf zuschaltet. Ideal für heiße Sommertage in den Bergen.

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Nach vollbrachter Arbeit begann der Rundgang unter dem Bus. Schon während des Ölkühlereinbaus waren mir einige Stellen am Bus aufgefallen, die ich so auf der Straße bisher noch nicht gesehen hatte. Der Anblick war nicht gut. Und leider hat uns Harro genau das bestätigt. Wenn der Bus die Reise und vielleicht auch danach noch ein paar Jährchen überleben sollte, mussten wir handeln.

Diese Erkenntnis war erschütternd. Wir mussten uns nun die Frage stellen, ob es sich lohnt, den Bus wieder auf Vordermann zu bringen, oder ob man den Absprung noch rechtzeitig wagen sollte. Aber was dann? Einen anderen Bus kaufen? …irgendwie brachten wir das nicht übers Herz. Während der kleinen Harzreise war uns der alte doch irgendwie schon ein wenig ans Herz gewachsen. Also fällten wir eine Entscheidung zugunsten unseres Busses…und wie sich später herausstellen sollte gegen unseren Geldbeutel.

Harros Liste war endlos. Manches davon war dringend notwendig, wie z.B. Kühlwassersystem, Bremsen, Bremsleitungen, Gelenkwellenmanschetten, Unterbodenschutz, Schweißarbeiten, etc, anderes sollte man zumindest im Hinterkopf behalten, falls einem irgendwann mal langweilig wird (defekter Turbo, Zusatzwasserpumpe, kleine Ölleckage,…).

Damit begann im Juli also unser Restaurationsmarathon.

Der Marathon

Die Restauration teilt sich im Prinzip in zwei Bereiche auf: die Reparaturen, die der Bus braucht, um zu leben und den Ausbau, den wir brauchen, um zu leben.

Wir hatten geplant unsere erste größere Reise mit dem Bus im Juli zu unternehmen. Es sollte nach Magic Wood gehen im Schweizer Averstal. 1000 km hin und 1000 km zurück. Berge und ein Jahrhundertsommer in den Alpen. Nachdem Harro allerdings den Bus inspiziert hatte, riet er uns vehement davon ab, dem Bus diese Reise anzutun. Das Kühlwassersystem war so marode (Risse im Druckbehälter, defekter und undichter Kühlwasserstandgeber und kaum noch existente Verbindung der Schläuche an den Wasserrohren), dass es leicht hätte sein können, dass der Druck im System bei einer heißen Bergfahrt so groß geworden wäre, dass die Schläuche einfach abgerissen wären. Der Wasserbehälter leert sich in solch einem Fall dann in weniger als einer Minute und der Motor bekommt keine Kühlung mehr. Ein Motorschaden war das letzte, was wir noch wollten, denn gefühlt ist der Motor seit dem Kauf das Einzige, was tatsächlich relativ gut läuft! …wenn man mal vom defekten Turbo absieht…

Wir ließen den Bus also im Hamburger Regen stehen, während wir uns bei 38 °C in den Bergen brutzeln ließen.

Lange Online-Recherchen folgten dem Urlaub. Riesige Warenkörbe füllten sich mit Ersatzteilen und der Kontostand schrumpfte von Tag zu Tag. Die erste Reparatur war logischerweise das Kühlwassersystem.

Kühlwassersystem

Die 27 Jahre alten Rohre und Schläuche waren in weniger als 15 Minuten aus dem Bus ausgebaut. Tatsächlich ließen sich die Schläuche fast mit der Hand abziehen…Die Fotos zeigen gut, was das Wasser über die Jahrzehnte mit den Rohren angestellt hat.

Ich weiß nicht genau, wie die Rohre neu ausgeschaut haben, aber ich vermute, dass sie so aussahen, wie am anderen Ende (Bild 4). Der Kunststoff war also ursprünglich völlig intakt. Dort wo die Schelle befestigt war, hat sich Kühlwasser angesammelt und über die Jahre den Kunststoff zersetzt. Übrig bleibt ein kleiner Kunststoffring, der jetzt die letzte Hoffnung ist, dass der Schlauch noch auf dem Rohr hält. Bei uns gab es im Heißwasserrohr (rechtes Rohr) diesen kleinen Kunststoffring nicht mehr. Harro und ich haben im gesamten Schlauch danach gesucht, aber er war nicht mehr auffindbar. Diese beiden Rohrenden haben es nun immerhin in Harros Kuriositätenregal geschafft. So etwas hat er noch nie gesehen, meinte er. Es war ein Wunder, dass der Wagen noch fuhr…

Die alten Kunststoffrohre haben wir durch neue Rohre aus Edelstahl ersetzt. Die sollten auf jeden Fall die nächsten 27 Jahre durchhalten.

Kraftstofftank

Um die Kühlwasserrohre zu wechseln musste der Tank abgebaut werden. In weiser Voraussicht hatte mir Harro in Auftrag gegeben, mich ordentlich mit Mike Sanders Korrosionsschutzfett auszustatten. Der Tank hatte es bitter nötig. Von unten sah alles noch vollkommen in Ordnung aus, aber auf dem Tank sammelte sich über die Jahre Spritz- und Kondenswasser und fraß allmählich den Tank auf. Glücklicherweise waren noch keine Löcher im Tank. Mit einer zärtlichen Drahtbürstenmassage konnte ich den gröbsten Rost und kaputten Lack entfernen und den Tank anschließend großzügig konservieren.

Bremsen

Der nächste größere Eingriff waren unsere Bremsen. Die Bremsleitungen waren stark verrostet. Wir hatten zum Teil Angst, sie aus Versehen abzureißen. Da mussten wohl also gedengelt werden. Und weil wir uns schon dran machten, sollten auch gleich die Trommelbremsen hinten und die Scheibenbremsen vorne mit ausgetauscht werden. Das Lösen der Bremsen war der Horror. Auch die Leitungen waren so festgerostet, dass wir sie alle kappen mussten. Die Staubbleche waren völlig weggegammelt, so dass wir sie auf den ersten Blick gar nicht mehr gesehen haben. Erst als wir alles abmontiert hatten, kamen die traurigen Überreste der Bleche wieder zum Vorschein. Erstaunlicherweise sahen die Bremsen vorne jedoch noch ganz gut aus. Harro schätzte, dass die noch mindestens 50.000 km halten, also haben wir sie erstmal wieder reingebaut. Hinten sah das ganze jedoch anders aus. Es dauerte über eine Stunde, um den Splint zu entfernen, der die fahrerseitige Bremse sicherte. Es ist fraglich, ob diese Bremsen nach der Erstmontage jemals geöffnet worden waren. Alles in allem war der Austausch der Bremsen eine langwierige und anstrengende Arbeit. Wir tauschten fast alle Bremsleitungen und deren Anschlussstücke aus, die Bremsen hinten wurden neu eingesetzt, die Staubbleche vorne ersetzt und zu guter Letzt bekamen alle Leitungen und Einstellschrauben eine ordentliche Portion Korrosionsschutzfett. Neue Bremsflüllisgkeit nachgefüllt und ab auf den Bremsenprüfstand…puh…alles passt. Zehn Stunden Arbeit erfolgreich abgeschlossen.

Antriebswellenmanschetten

Der Blick unter das Auto machte uns klar, dass fast alle Kunststoff- oder Gummiteile ihr Lebensende erreicht hatten. Von den vier Manschetten der Antriebswellen waren drei aufgerissen und die vierte hatte schon Haarrisse. Wir haben kurzerhand alle vier ausgetauscht, die Gleichlaufgelenke auseinandergenommen und gereinigt, alles schön geschmiert und anschließend wieder zusammengebaut.

Längslenkergummis

Man muss kein Kfz-Meister sein, um zu sehen, dass die dämpfenden Längslenkergummis nicht mehr gesund sind. Alles raus, neue rein und auch hier wieder schön mit Korrosionsschutzfett eingepinselt.

Wir hatten nun schon einiges geschafft: Ventilspiel überprüft und neue Ventildeckeldichtung verbaut, Ölkühler eingebaut und Öl gewechselt, Kühlwassersystem ausgetauscht, Bremsen ersetzt, Bremsleitungen restauriert, Bremsflüssigkeit aufgefrischt, marode Kunststoff-/Gummiteile erneuert, neue Gummilager für den Auspuff eingesetzt, Gleichlaufgelenke gereinigt und neu eingefettet und alle restaurierten Teile mit Korrosionsschutzfett eingeschmiert. Aber damit waren wir noch längst nicht am Ende unserer Arbeit angekommen…und parallel zu all diesen technischen Problemchen gab es ja auch noch den „schönen“ Teil der Restauration: den Ausbau.

Der Ausbau

Der Vorbesitzer bereits versucht, den Bus zum Wohnmobil auszubauen. Vermutlich nur, um ihn anschließend als Wohnmobil anzumelden zu können und beträchtlich an Steuer und Versicherung zu sparen. Eigentlich eine gute Idee, aber praktisch war dieser „Küchenblock“ nicht. Wir hatten da unsere eigenen Vorstellungen. Der Block muss also weg.

Den ersten von zwei Küchenblöcken haben wir bereits ein paar Wochen nach Kauf des Busses entworfen und gebaut. Er befindet sich hinter dem Beifahrersitz und dient als Kochzeile. Neben dem Gaskocher und einer 5l-Propangasflasche haben wir hier auch eine Schublade für Besteck und Geschirr und ein kleines Regal für haltbare Lebensmittel vorgesehen. Der Kocher lässt sich nun sowohl auf die Arbeitsplatte im Innenraum des Autos stellen als auch auf die ausgeklappte Tür des Gasbehälters, um dann bei schönem Wetter auch draußen kochen zu können. Der gesamte Block besteht aus Birkenholz-Multiplexplatten, größtenteils 15 mm dick. Eine Acrylglasplatte dient als Spritzschutz für den Beifahrersitz. Zum Schutz vor Aufquellen durch Wasser, das unausweichlich auf dem Holz landen wird, haben wir den ganzen Kasten mit Klarlack lackiert.

Zusammen mit dem Küchenblock haben wir noch eine kleine Box gebaut, in der wir unsere gesamten Klettersachen verstauen können. Mit einem gemütlichen Polster darauf, können wir ihn außerdem als Sitzhocker für den Ausklapptisch verwenden oder als Teil unseres Ecksofas.

Der zweite Küchenblock kam erst Monate später dazu als Birte wieder aus Mannheim zurück war. Um den Block zu bauen brauchten wir erstmal einen Kühlschrank. Wir wurden nach längerer Suche fündig und hatten richtig Glück. Auf Ebay-Kleinanzeigen fanden wir eine gebrauchte Waeco CB 36 Kompressorkühlbox in tadellosem Zustand. In ersten Tests haben wir die Kühlbox problemlos auf -12 °C gebracht…allderdings noch unbefüllt. Nun hatten wir die Maße, die die Konstruktion des Blocks maßgeblich beeinflusst haben. Die Planung konnte beginnen. Neben der Kühlbox sollte hier auch noch das Spülbecken einen Platz bekommen. Der Rest dient als Stauraum für allen möglichen Küchenkram und Tee. Auf der Rückseite haben wir Platz gelassen für die Schaltzentrale des Busses. Hier treffen alle Kabel unserer Verbraucher aufeinander. Auch der Laderegler des Solarpanels und der Spannungswandler für die Standheizung sind hier verbaut.

Eine weitere Sache hat sich während der Entstehung dieser Bilder geändert: der Boden. In mühsamer Pfrimelarbeit hat Birte den gesamten Teppichboden rausgerissen, den unser Vorbesitzer dort verklebt hatte. Alles voller Kleber…

Ursprünglich hatten wir nicht vor den Teppich herauszunehmen, weil wir die Arbeit fürchteten, die uns da bevor stünde. Aber dann waren wir im Urlaub in Fontainebleau. Während wir beim Bouldern waren, machte sich unser mit zehn Litern Wasser befüllter Faltkanister selbstständig, fiel vom Hocker auf den Boden und platzte auf. Als wir vom Bouldern zurückkamen war bereits der halbe Kanister ausgelaufen. Ohne Standheizung an einem kühlen Oktobertag war es uns kaum möglich, die Sauerei auch nur halbwegs zu trocknen. Zwei Tage später begann der Boden bereits zu riechen und eine Woche später musste man das Auto erstmal lüften bevor man einsteigen konnte. Der Teppich muss weg.

Zum Vorschein kam ein hervorragend erhaltener Originalboden und die Befestigungspunkte des ehemaligen Back2back-Sitzes, die wir direkt für die Sicherung unsers Küchenblockes verwenden konnten.

Die Wohnküche unseres Eigenheims ist fertig:

Fehlen nur noch die Polster, die Birte für unsere Sitzecke genäht hat. Ich möchte hier ausdrücklich auf den Roboterstoff hinweisen, der in einem zeitgemäßen Ingenieurwagen nicht fehlen darf.

Gepäckträger

Ein weiteres Schnäppchen von Ebay war der Fahrradgepäckträger. Wir hatten zwar nicht vor, unsere Fahrräder mitzunehmen, aber irgendwo mussten wir ja die Crashpads verstauen können! Ein Paulchen-Träger wäre schön gewesen, aber trotz wochenlangem Suchen, gab es nie einen vernünftigen zu einem vertretbaren Preis. Also haben wir uns einfach einen anderen Gepäckträger geholt und den dann schön restauriert.

Boardelektrik

Nachdem nun der Wohnbereich soweit ausgestattet war, musste dem Innenraum ein wenig Leben eingehaucht werden. Da konnte ich mich wochenlang schön austoben. Ich habe schier endlose Stunden mit Recherche verbracht, den durchschnittlichen Verbrauch pro Tag hochgerechnet und Versorgerbatterien gesucht, die sowohl in den vorhandenen Bauraum passen als auch möglichst hohe Kapazitäten mit sich bringen. Fündig wurde ich schließlich bei Moll. Die beiden Batterien, die ich unter die beiden vorderen Sitze gesetzt habe, sind spezielle Solarbatterien. Sie sind auf ständige Lade- und Entladezyklen ausgelegt und verlieren nicht so schnell an maximaler Kapazität, wie gewöhnliche Starterbatterien, die der gleichen Beanspruchung ausgesetzt werden. Unsere Batterien haben je 67 Ah, sind parallel geschaltet und werden über ein Nagares Trennrelais während der Autofahrt an die Lichtmaschine angeschlossen. Um die Spannungsverluste durch das knapp sechs Meter lange Kabel zu verringern, habe ich die gesamte Versorgung mit 16 mm² Kabeln ausgelegt und mit 60 A ANL Sicherungen abgesichert.

Da wir allerdings nicht ständig mit dem Auto unterwegs sind, sondern auch hier und da ein paar Tage stehen bleiben werden, musste ein weiterer Stromversorger her, denn die Batterien würden uns bei starker Beanspruchung kaum drei Tage versorgen. Zwar hatten wir bereits eine 230V-Anlage, die der Vorbesitzer eingebaut hatte, aber wir werden nicht allzu häufig einer Steckdose in freier Wildbahn begegnen. Wir entschieden uns also für ein flexibles 120 W Solarpanel mit monokristallinen Zellen. Somit war die Grundversorgung gesichert und alle Verbraucher konnten nach und nach angeschlossen werden.

 

Akkustik

Wir hatten mittlerweile einige Fahrten hinter uns gebracht und einsehen müssen, dass die 27 Jahre alten Original-Lautsprecher im Fahrerraum ihre beste Zeit längst hinter sich gebracht hatten…falls es so eine beste Zeit jemals gab. Im Wohnraum hatte einer der Vorbesitzer schon Hand angelegt und relativ gut klingende Pioneer Lautsprecher eingebaut. Dort musste nichts mehr getan werden, aber diese hinteren Lautsprecher hört man während der Fahrt ehrlich gesagt kaum. Hier gilt die 5 dB Regel: Sobald eine Schallquelle 5 dB lauter ist als eine konkurrierende Quelle hört man nur noch die lautere. Obwohl also unsere vorderen Lautsprecher beschissen waren, haben sie uns auf Grund ihrer besseren Lage im Auto quasi alleine beschallt. Die alten Boxen müssen weg.

Wir haben uns beim Einbau der neuen Lautsprecher für die nächstgrößere Einbauvariante entschieden. Die SinusLive Boxen, die wir nun eingebaut haben messen 135 mm im Durchmesser und liefern mit dem Eingebauten 2in1-System guten Klang bei hohen und tiefen Frequenzen. Den Einbauort haben wir auch gleich verbessert. Die Originalboxen waren bei geschlossenen Türen stets zu einem Drittel vom Armaturenbrett verdeckt. Die Neuen sitzen tiefer. Nichts ist im Weg. Und der Sound ist super!

Die Karosserie

Die Archillesferse eines jeden Young- und Oldtimes ist seine Karosserie. Man kann durch gute Pflege und angemessene Fahrweise ein Auto bis ins hohe Alter fahren. Aber die Karosserie im Griff zu haben ist eine andere Sache. Vielleicht trifft die Bezeichung „Kopf der Hydra“ noch besser zu. Wenn man eine Roststelle entdeckt und bekämpft hat, findet man während der Reparatur zwei neue. Man ist immer einen Schritt hinterher. Daher rät einem jeder Bulli-Fahrer dazu, beim Kauf vor allem auf die Substanz des Wagens zu achten. Substanz… ja, aber die Busse mit guter Karosserie muss man erst mal finden. Danach sucht jeder. Und das nötige Kleingeld braucht man auch dafür. Irgendwo muss man also einen Kompromiss machen. Unser Wagen sah auf den ersten Blick von außen ganz gut aus. Alle Fugen und Freiflächen, die Stoßstangen und Scheibenrahmen waren in gutem Zustand. Die Trittbleche und Schweller dagegen ließen bereits beim Kauf zu wünschen übrig. Und unter das Auto haben wir mangels Zeit und Erfahrung nur sehr kurz geschaut.

Das ist das Lehrgeld, was ein jeder zahlen muss, wenn er mit einem neuen Hobby beginnt. Vom Gedanken, die Karosseriearbeiten erst nach unserer Reise in Angriff zu nehmen, mussten wir uns sehr bald verabschieden. Das Blech, an dem die 230V-Anlage eingebaut wurde (über dem Hinterreifen) hielt nur noch durch Magie. Die Trittbleche waren so marode, dass ich aus Versehen irgendwann mit dem Finger zu fest darauf gedrückt habe. Bei einer langen Regenfahrt von Hamburg nach Fontainbleau rissen die hochgeschleuderten Regentropfen von der Straße Löcher in das Blech auf der Beifahrerseite. Wir mussten es mit Alutape abkleben, um nicht nass zu werden. Klamm und heimlich verabschiedeten sich auch unsere Sicherheitsgurtaufhängungen. Tatsächlich schnallte ich mich bei der letzten Fahrt mit dem Auto bevor der Schweißmarathon begann nicht nur vom Anschnaller ab, sondern auch von der Aufhängung. Zurück blieb ein furchteinflößendes Loch im Blech und ein schockierter und fassungsloser Blick in meinem Gesicht.

Nachdem einige Versuche, die Schweißarbeiten bereits im Sommer oder frühen Herbst in Angriff zu nehmen, scheiterten, war es schließlich Johannes, der uns mitte Dezember als goldener Ritter entgegen trat. Selbstlos lud er mich nach Münster in seine Firma ein, wo wir ein ganzes Wochenende lang die heiligen Hallen zur Verfügung hatten, um den Bus zu entkleiden und ihm einen neuen Anzug zu verpassen. Und um all das noch zu toppen, brachte er einen seiner besten Männer mit: Thomas. Der gelernte Karosseriebauer erinnerte während der Arbeit an den tasmanischen Teufel. Er gab uns Anweisungen, flexte hier ein Blech ab, bog da eine neues zurecht, grundierte, lackierte, schweißte neue Bleche rein und hatte den ganzen Tag ein strahlendes Grinsen im Gesicht. In 9 Stunden hatte er fast alle akuten Baustellen am Auto behoben und begab sich dann in sein wohlverdientes Wochenende. An dieser Stelle: Danke, Thomas! Du bist der Beste!

Für Johannes und mich war die Arbeit noch längst nicht erledigt. Die Bleche waren drin, aber wir mussten noch abdichten, grundieren, lackieren, ein Grundblech für die Standheizung anfertigen, das Solarpanel aufs Dach kleben und vieles mehr. Wir sammelten 25 Arbeitsstunden an den zwei Wochenendtagen, die wir mit sage und schreibe 4 Stunden Schlaf pro Nacht abrundeten. Als ich das Auto am Montag morgen aus der Halle fuhr, war ich verblüfft, wie produktiv man ein Wochenende doch verbringen kann und wie schnell die Busarbeiten gehen können, wenn man professionelle Hilfe bekommt. Danke, Johannes!

Unterbodenschutz und Hohlraumversiegelung

Mit den Schweißarbeiten war ein großer Schritt getan. Ein Woche später haben wir Hamburg hinter uns gelassen und den ersten Teil unserer Reise begonnen. In München wollten wir noch ein paar Restarbeiten erledigen. Das Ganze solle nicht länger als ein paar Tage dauer, damit wir noch rechtzeitig vor Silvester losfahren konnten.

Bevor der Winter tatsächlich einbrechen würde und die Straßen voller Salz sind, mussten wir unbedingt noch unseren Unterboden schützen. Der alte Unterbodenschutz war stellenweise schon abgeblättert und hatte in den letzten Jahren erstem Rostbefall den Weg geebnet. Glücklicherweise handelt es sich dabei größtenteils um Oberflächenrost. Hoffentlich waren wir noch nicht zu spät mit unserer Versiegelung. Optisch macht der Unterboden zwar nicht mehr allzu viel her, aber alle Bleche und Träger sind absolut stabil. Die gesamten Hohlräume wurden mit ca. 3,5 l Fluid Film (Kriechöl) konserviert. Das Öl zieht sich in alle Risse und Ritzen und bildet einen flächendeckenden Ölfilm, der auch vorhandenes Wasser unterwandert und somit einen hervorragenden Korrosionsschutz bildet. Die gut erreichbaren Stellen am Unterboden wurden in alter Manier mit Mike Sanders Fett eingepinselt. Die Aktion hat uns zwei Tage gekostet, obwohl bereits ein Drittel des Autos zuvor damit eingeschmiert wurde. Insgesamt haben etwa 4 kg Korrosionsschutzfett ein neues Zuhause unter unserem Auto bekommen.

Der Wassertank

Da wir ja nun eine Grube (in der Garage der Oma) zur Verfügung hatten, von der aus wir wunderbar unter dem Auto arbeiten konnten, war es kein Problem auch gleich noch den Abwassertank zu befestigen. Wir haben lange darüber nachgedacht, wie wir ihn am besten anbringen und wo wir durch den Boden bohren. Aber irgendwann kann man es nicht mehr länger vor sich her schieben. Dann macht man es einfach. Die Befestigung ging super mit einem Lochband und Blechschrauben. Man bekommt ordentlich Spannung in dieses Band, wenn man knapp genug abmisst. Um das Band auch gleich haltbar zu machen, haben wir es ebenfalls ordentlich mit Mike Sanders versehen.

Jetzt haben wir also endlich einen funktionierenden Wasserkreislauf. 20 l Frischwasser und 60 l Abwasser. Somit können wir das Abwasser also sammeln bis wir einen geeigneten Abfluss/Gullideckel oder ähnliches entdecken. Wir wollen unsere Zahnpasta ja nicht in der Natur entsorgen 😉 Das Spülmittel ist übrigens auch extra biologisch abbaubar. Volle Ökotour!

Das Solarpanel

Unser Solarpanel war ja nun schon eine Weile auf dem Dach. Allerdings haben wir lange nach einer Möglichkeit gesucht, wie wir die Kabel ins Auto führen können, ohne durch das Klappdach bohren zu müssen. Aber wir haben nichts gefunden. Also mussten wir noch eine Kabeldurchführung für die beiden 4 mm² Kabel des Panels kaufen, ein Loch ins Dach machen und das Ganze schön mit Saba Kleber abdichten. Jetzt ist das Solarpanel angeschlossen und funktioniert. Wir sind gespannt, ob es ausreichen wird, um unseren Verbrauch zu decken.

Die Standheizung

Nun war Weihnachten schon längst ins Land gezogen, der Jahreswechsel ist an uns vorbei gerauscht und trotzdem waren wir noch nicht on the road. Denn das Wichtigste fehlte noch immer: Die Standheizung. Wir hatten sie zwar bereits im August gekauft, aber irgendwie hatte der Einbau nie oberste Priorität.

Als wir bei Johannes die Karosserie überholt haben, musste auch der alte Anschluss der ehemaligen Standheizung weichen. Einer der Vorbesitzer hatte sie vermutlich wegen überfälligem TÜV ausgebaut und hochprofessionell mit irgendeinem Kunststoff überklebt. Dahinter gammelte es richtig schön vor sich hin. Wir schnitten das Blech unter der Sitzbank großzügig heraus, dichteten die neu entstandenen Kanten mit Karosseriekleber ab und sorgten dafür, dass in Zukunft kein Wasser mehr zwischen Blech und Isolier/Anti-Dröhn-Matten fließen kann. Zum Schweißen war die Stelle ewas zu heikel. Direkt dahinter verläuft der Kraftstoffschlauch und alles ist voller Isoliermaterial. Wir entschieden uns dafür, an dieser Stelle ein Alublech von innen anzukleben. Nicht die schönste Variante, aber man sieht die Stelle sowieso nicht mehr, sobald die Standheizung darauf geschraubt wird. Die Anschlusslöcher für die Standheizung haben wir schon vor dem Einbau in das Blech gebohrt.

Die Heizung selbst war schnell eingebaut. Wir hatten ja alles vorbereitet. Der Elektroanschluss dagegen dauerte etwas länger, da die Kabel nicht lang genug waren, um sie bis zur „Schaltzentrale“ zu legen. Dort musste ich nochmal für Verlängerung sorgen. Für den Anbau der Kraftstoffpumpe, das Verlegen des Kraftstoffschlauchs und den Einbau des T-Stücks mussten wir uns (vorerst) ein letztes Mal in einer Selbsthilfewerkstatt einnisten. Glücklicherweise waren wir nach drei Stunden fertig und die Heizung funktioniert tadellos…soweit wir das bei unseren Kurzzeittests beurteilen können. Wir brauchen also im Winter und in kalten Nächten nicht mehr frieren.

Das Modell ist eine Webasto Air Top 2000. Der Verbrauch liegt laut Betriebsanleitung bei etwa 0,7 l/h. Aber sie muss nicht durchlaufen. Wir haben beim ersten Versuch in ca. 10 Minuten einen Temperaturanstieg von rund 15 °C im Auto erreicht.

Winterreifen

Damit kommen wir also endlich zum vorerst letzten Punkt in diesem Blogeintrag: unseren Reifen.

Diesen Punkt hatten wir irgendwie vollkommen verdrängt. Ich erinnere mich noch, dass ich mir irgendwann im Sommer mal dachte, wir sollten vielleicht noch neue Reifen vor der Fahrt kaufen. Aber dieser Gedanke wurde lebendig begraben. Als wir den Unterbodenschutz auftrugen, geriet mir ein kleiner Profilprüfer in die Hände. Hinten waren die Allwetterreifen bereits auf 2 mm runtergefahren. Vorne waren sie mit knapp über 4 mm auch nicht mehr wirklich gut. Noch dazu wollen wir ja viel in den Bergen unterwegs sein und gerade jetzt im Winter kann es auch trotz Klimaerwärmung überraschenderweise immer noch zu Schneefall kommen. Die Reifen müssen weg.

Ersatz fanden wir in den Winterreifen von Hankook, Modell RW06.

Dank Felix konnten wir die neuen Reifen sofort aufziehen und sind nun tatsächlich endlich Abfahrbereit! Danke, Felix!

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5 Gedanken zu “About the bus

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